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Dampfverbot am Arbeitsplatz
Dampfverbot am Arbeitsplatz
#1
Hallo Leute,

ich weiß gar nicht ob es hierzu schon einen passenden Thread gibt, deshalb mach ich hier mal meinen eigenen auf.
Seit nun bald 10 Jahren darf ich bei mir am Arbeitsplatz dampfen und nun seit letzter Woche heißt es, dass das Dampfen ab sofort
verboten ist. Die Dampfer sollen dann den vorhandenen Raucherraum nutzen.
Nun habe ich mich natürlich erstmal auf den aktuellen Stand gebracht, ob es hiezu etwas neues gibt.
Fakt ist ja das alte Urteil vom Oberverwaltungsgericht in Münster, wobei Rauchen und Dampfen klar voneinander getrennt werden müssen, korrekt ?
Dann dieses hier:

https://www.arbeitsrechte.de/dampfen-am-arbeitsplatz/

Da ich im Maschinenbau arbeite in einer (normal stinkenden) Werkstatt und eine CNC Maschine programmiere und dadurch auch quasi null Kundenkontakt habe und alleine vor mich hin arbeite, sehe ich das so, dass meine Handlungsfreiheit dem Bestimmungsrecht (Dampfverbot) des Arbeitgebers überwiegt und mir das Dampfen nicht untersagt werden kann. Oder liege ich da völlig falsch ? Wäre natürlich genial wenn hier speziell Anwälte unterwegs wären, die dazu vielleicht was sagen können. Ich finde im Netz auch keine Urteile, wo über so etwas schon gestritten wurde. Zur Not würde ich bei Aussicht auf Erfolg dann auch Klage einreichen und das hier auch publik machen.
Wie ihr an meinen Text sicher merkt, dampft es mir zur Zeit auch deutlich aus den Ohren Zwinker
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RE: Dampfverbot am Arbeitsplatz
#2
Ich bin jetzt kein Rechtsanwalt. Aber so laienhaft: Wenn durch eine Betriebsvereinbarung oder vergleichbar etwas untersagt wird, dann gilt das, ob es dir nun passt oder nicht. Das ist im Prinzip nichts anderes, als wenn die letzten zehn Jahre privates Surfen am Geschäfts-PC erlaubt/geduldet war und nun ab kommender Woche eben nicht mehr erlaubt ist. Extra deswegen jetzt einen Anwalt einschalten und schwere Geschütze auffahren...könnte ein Eigentor werden.

Gab es eine Begründung?
Gruß, Wolfgang
Nichtmehrraucher seit 06.07.2018
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RE: Dampfverbot am Arbeitsplatz
#3
Du kannst ja mal in diesem Thread hier nachschauen, ob du dort etwas dazu findest.

Ansonsten sehe ich das so:
Dein Arbeitsplatz "gehört" ja jemanden, und untersteht somit dem Hausrecht. Und hier bestimmt nun mal der Hausherr, wo es langeht.
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RE: Dampfverbot am Arbeitsplatz
#4
(16.03.2019, 11:20)squape_on schrieb: Ich bin jetzt kein Rechtsanwalt. Aber so laienhaft: Wenn durch eine Betriebsvereinbarung oder vergleichbar etwas untersagt wird, dann gilt das, ob es dir nun passt oder nicht. Das ist im Prinzip nichts anderes, als wenn die letzten zehn Jahre privates Surfen am Geschäfts-PC erlaubt/geduldet war und nun ab kommender Woche eben nicht mehr erlaubt ist. Extra deswegen jetzt einen Anwalt einschalten und schwere Geschütze auffahren...könnte ein Eigentor werden.

Gab es eine Begründung?

Hmm der Vergleich hinkt doch oder ? Beim Surfen entstehen dem Arbeitgeber auch Kosten und Arbeitsverlust, beim Dampfen hingegen entstehen nur mir Kosten.
Ich meine während der Arbeitszeot nen Kaffee kochen, etwas anderes zu Trinken holen, ne grüne Krawatte tragen oder sich die Haare bis zum Arsch wachsen zu lassen, das sind doch alles Dinge, die meiner Handlungsfreiheit unterliegen oder etwa nicht ? Und da sehe ich auch die E-Zigarette. Ist natürlich klar, dass man es verbieten kann, wenn man direkten Kundenkontakt (z.b. lange Haare) hat, aber das ist bei mir nicht der Fall. Eher im Gegenteil, bei mir in der Werkstatt stinkt es vom Geruch so dermaßen (Bohrwasser, Kühlschmiermittelemulsion) das es quasi Schikane ist, das Dampfen dort zu verbieten.

Zitat:Dein Arbeitsplatz "gehört" ja jemanden, und untersteht somit dem Hausrecht. Und hier bestimmt nun mal der Hausherr, wo es langeht.

Und wenn er sagt ... nimm den Lolli aus dem Mund ... Hände aus der Tasche usw. ..... dann ist das in Ordnung ? Irgendwo hört der Spaß doch auch auf, oder ?

Zitat:Gab es eine Begründung?

Ja indirekt, es hieß das Leute aus anderen Abteilungen zu uns kommen und dann bei uns in der Halle dampfen.
Aber gut, da kann ich dann auch nichts dafür, dass diese Leute dann Jobs mit Kundenkontakt haben.
Ich denke Thema ist sehr kompliziert und man muss diese Fälle individuell beurteilen, also was für ein Arbeitsumfeld man hat.
Aber wenn jetzt hier noch 50 Leute reinschreiben, dass ich keine Chance habe, dann lasse ich das mit dem Anwalt und geh aufs Klo (dampfen) Zwinker
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RE: Dampfverbot am Arbeitsplatz
#5
No Offense...

Aber hier wurde bereits angesprochen, dass der AG quasi das Hausrecht hat. Das ist erstmal Fakt...
Und wenn der AG jetzt auf den (Dampf)Zug gekommen ist, auch das Dampfen nur im Raucherraum zu gestatten. So what?! Ist sein gutes Recht.

Das es Dir aus den Ohren dampft, verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Ganz gleich in welchem Bereich Du arbeitest und ob das jemand mitbekommt oder nicht und ob sonstige "Gerüche" in der Luft hängen... Der AG hat ne Ansage gemacht und sogar noch den "Kompromiss" das Dampfen im Raucherraum zu erlauben (Zugegeben, keine glückliche Lösung, das gehört sich nicht einen Dampfer in einen verpieften Raucherraum zu stellen. Da bin ich bei Dir.).

Aber jetzt mit Klage zu drohen und mit Kanonen auf Spatzen zu schießen... Nun ja... Wenn Du so ein Typ Mensch bist. Dann bitte. Aber dann glaube ich, stimmt was grundlegendes mit deinem Arbeitsplatz bzw. Deiner Einstellung dazu nicht.

Wie wäre es, wenn Du mal das Gespräch suchst?
--Rauchfrei seit dem 30.01.2017--
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RE: Dampfverbot am Arbeitsplatz
#6
Ich bin auch kein Anwalt, wobei ich denke der dir auch nicht weiterhelfen kann, aber bei mir am Arbeitsplatz darf auch nicht gedampft werden.

Dein Arbeitsplatz unterliegt dem Hausrecht deines Arbeitgebers.
Wenn dieser das Dampfen verbietet, musst du dich danach richten. Er unterbindet ja nicht den Lolli oder die Hände in den Taschen, sondern explizit das Dampfen.
Würde er den Lolli verbieten, müsstest du dich auch danach richten.
Das hat auch gar nichts damit zu tun, dass er Dampfen mit Rauchen gleichstellt. 

Ich kann deinen Ärger verstehen. Wobei ich denke, so große Geschütze gegen seinen Arbeitgeber sollte sich man gut überlegen.
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RE: Dampfverbot am Arbeitsplatz
#7
Zitat:Ich meine während der Arbeitszeot nen Kaffee kochen, etwas anderes zu Trinken holen, ne grüne Krawatte tragen oder sich die Haare bis zum Arsch wachsen zu lassen, das sind doch alles Dinge, die meiner Handlungsfreiheit unterliegen oder etwa nicht ?

Nein. In deinen Pausen kannst du dir gerne einen Kaffee kochen, während der Arbeitszeit kann der AG dir das erlauben, muss er aber nicht.
Dann gibt es noch sowas wie Gleichbehandlung der Arbeitnehmer. Dürfen andere z.B. aus Gründen des Kundenkontakts nicht dampfen, könnten die stinkig werden, wenn du es darfst. Das stört dann auch den Betriebsfrieden. Alles Dinge, die ein AG im Auge haben muss.
Habt ihr eine Arbeitnehmervertretung, Betriebsrat etc? Dann würde ich bei denen mal nach haken. Irgendeinen Grund wird es ja geben, dass nach 10 Jahren ein Verbot eingeführt wurde.
[Bild: footer1495707025_17364.png] [Bild: attachment.php?aid=2156]
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RE: Dampfverbot am Arbeitsplatz
#8
Servus.

(16.03.2019, 11:43)Purgy schrieb: Ist natürlich klar, dass man es verbieten kann, wenn man direkten Kundenkontakt (z.b. lange Haare) hat, aber das ist bei mir nicht der Fall. Eher im Gegenteil, bei mir in der Werkstatt stinkt es vom Geruch so dermaßen (Bohrwasser, Kühlschmiermittelemulsion) das es quasi Schikane ist, das Dampfen dort zu verbieten.

Da liegst Du leider daneben, es hat mit Schikane so gar nichts zu tun. Dein Betrieb hat als Begründung ausgegeben das ander Mitarbeiter zu Euch in die Halle kommen um dort zu Dampfen weil Du dort ja schließlich auch dampfst. EDIT: Während der Arbeitszeit

Der Arbeitgeber kann das untersagen da diese Leute dazu ihren Arbeitsarbeitsplatz verlassen und wahrscheinlich nicht ausstempeln. Um nun kein böses Blut innerhalb der Belegschaft zu verursachen wurde halt einfach Dir das Dampfen in der Halle untersagt, der Arbeitgeber kann das ganz einfach und sogar rechtssicher begründen:
Gleiches Recht für Alle.

Aus gesicherter Erfahrung kann ich Dir sagen: Dampfen ist nicht Rauchen, ist Rauchen z.B. wegen Brandschutz untersagt (wie bei mir in der Produktion) betrifft das nicht das Dampfen. Auch der Nichtraucherschutz kann nicht als Grund aufgeführt werden das Dampfen zu verbieten. Beschwert sich nun aber ein Raucher oder ein anderer Dampfer der an seinem Arbeitsplatz nicht dampfen darf (Kunden etc) darüber das vereinzelt das Dampfen erlaubt ist und er/sie deßhalb schlechter gestellt/benachteiligt ist kann/muß der Arbeitgeber sogar reagieren womit wir wieder bei Gleiches Recht für Alle sind.

Der AG wird nicht riskieren im Extremfall wegen Diskriminierung angepisst zu werden nur um einem Einzelnen zu gefallen.

Meine Chefin ist nebenbei am Arbeitsgericht tätig und hat sich, was das Dampfen bei uns in der Produktion betrifft eingehend informiert. Du kannst gerne auf Konfrontation mit Deinem AG gehen bzw. Dich rechtlich von einem Anwalt beraten lassen und den AG unter Druck setzen damit, kalkuliere aber eine Kündigung seitens des AG's ein die er mit massiver Störung des Betriebsfriedens begründen kann Zwinker

Gruß Tom
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RE: Dampfverbot am Arbeitsplatz
#9
(16.03.2019, 11:52)Linsenheld schrieb: Aber jetzt mit Klage zu drohen und mit Kanonen auf Spatzen zu schießen... Nun ja... Wenn Du so ein Typ Mensch bist. Dann bitte. Aber dann glaube ich, stimmt was grundlegendes mit deinem Arbeitsplatz bzw. Deiner Einstellung dazu nicht.

Wie wäre es, wenn Du mal das Gespräch suchst?

Also du hast da schon mal einen Punkt aufgedeckt, ja es stimmt was grundlegenes bei mir am Arbeitsplatz nicht, die Menschenführung dort ist unter aller Kanone, aber es ist jetzt nicht so, dass ich davon direkt betroffen bin und konnte die letzten Jahre dort in Ruhe arbeiten. Im Detail will ich darauf hier aber nicht eingehen, mir geht es nur ums Dampfen.

Du siehst das also als Kompromiss, wenn ich als Dampfer und Nichtpyroraucher in den Raucherraum verfrachtet werden soll ? Nur so am Rande, im Raucherraum bei uns muss abgestempelt werden, aber das wäre nicht das Schlimmste, ich will einfach nicht jeden Tag wieder den Sch*** Rauch einatmen.
Wozu gibt es das Urteil vom Oberverwaltungsgericht, dass Dampfer und Raucher unterschiedlich behandelt werden müssen ?
Was für ein Typ ich bin ? Einer, der sich wehrt, aber nur aus einer Verteidigungssituation heraus, und bisher brauchte ich in den letzten 15 Jahren nicht einmal meine Rechtsschutzversicherung nutzen. So fies kann ich also nicht sein, was "Kanonen auf Spatzen schießen" anbelangt.

Logischerweise werde ich versuchen das Gespräch zu suchen, aber es wird schwer werden. In meiner Firma haben schon viele andere Kollegen Probleme mit unterschie
dlichen Dingen gehabt und wurden gekündigt. Viele von denen waren dann vor Gericht und waren meistens nach ein paar Monaten wieder in der Firma. Warum ich noch in dieser Firma arbeite ? Weil der Job selbst voll ok für mich ist und auch sonst habe ich kein Streß oder so.

Vollzitat gekürzt. Bitte nur zitieren was unbedingt nötig ist, da sonst ein Thread sehr schnell unübersichtlich wird.
Oft reicht es auch wenn man ohne Zitat mit "@Name" den User anspricht.

[Bild: shylock.png]
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RE: Dampfverbot am Arbeitsplatz
#10
Wie gesagt, es ist ein Kompromiss seitens des AG... Aber kein glücklicher. Da bin ich bei Dir.

Meine Lösung in so einem Fall wäre folgende:
Ich würde mit dem AG sprechen, dass ich das Verbot durchaus akzeptiere, aber zum Dampfen eben nicht in der Raucheraum gehen möchte, sondern vor die Tür. Punkt.

Oder aber ich bin halt ein Dampfer, der sich -mal wieder- auf den Schlips getreten fühlt und dann eben auch rechtlich gegen den AG (versucht) vorzugehen...
--Rauchfrei seit dem 30.01.2017--
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