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120.000 Tabaktote in D - kann das stimmen?
120.000 Tabaktote in D - kann das stimmen?
#1
Nach Lesen des Artikels https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/1...erbeverbot bin ich über folgenden Satz gestolpert:

Zitat: Die Sucht, der 26 Prozent der Männer und 18,5 Prozent der Frauen anhängen (Stand: 2017), verursache 120.000 Todesfälle pro Jahr, erläuterte sie.

Bei absoluter Gleichverteilung von Männern und Frauen haben wir in D also eine Raucherquote von ca. 22,5%.
Gucken wir uns jetzt bei https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesell...nhalt.html um, kann man feststellen, dass 2017 die Anzahl der Sterbefälle bei ca 932.000 lag.

Hmm, 120k/932k ergibt nach Adam Riese 12,9% . Nach diesen Zahlen hätten also die 22,5% Raucher lediglich einen 12,9%-igen Anteil an den Sterbefällen.

Hier stimmt doch irgendetwas nicht! Weiß jemand von Euch zufälligerweise, wie und mit welchen Methoden überhaupt die Zahl der Tabaktoten ermittelt werden? Oder werden nur die Todesfälle gezählt, wo der Tod durch Tabakrauch bereits mit auf dem Totenschein steht (wovon ich allerdings noch nie etwas gehört hätte)?
[Bild: footer1520466206_18485.png]
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RE: 120.000 Tabaktote in D - kann das stimmen?
#2
Ich denke, es werden auch frühere Raucher dazu gezählt. Also wenn wir Dampfer mal sterben, fallen wir wohl auch in diese Statistik weil wir ja mal rauchten. (ist aber nur meine Vermutung)
Dampferstammtisch Essen & Friends am 07.08.2020 ab 18:00 Uhr
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RE: 120.000 Tabaktote in D - kann das stimmen?
#3
Die 120.000 Todesfälle sind nur, diejenigen die auf das Rauchen zurückzuführen sind (Lungenkrebs, COPD und Konsorten). Hinzu kommt dann noch die normale Mortalität.
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RE: 120.000 Tabaktote in D - kann das stimmen?
#4
@shylock, dann müsste die absolute Anzahl der Tabaktoten aber deutlich höher sein. Früher war der Anteil der Tabakkonsumenten noch höher als heute. Irgendwo hatte ich mal was von Raucherquoten von 30% gelesen (ohne jetzt näher zu recherchieren, es ist einfach zu spät). Rein rechnerisch müsste die Zahl der jährlich Tabaktoten dann so bei pi mal Daumen 250.000 liegen. Mich wundert jedoch der geringe Raucheranteil an allen Todesfällen.

@KISS-Prinzip, Lungenkrebs oder COPD haben nicht nur Raucher, wenn auch sicherlich in dieser Gruppe häufiger vertreten. Es wird also nicht jeder Todesfall dieser Erkrankungsgruppen Dem Rauchen zuzuschreiben sein. Was ist mit den ganzen Gefäßerkrankungen, Herzinfarkten, Schlaganfällen etc, die sowohl tabakassoziiert als auch durch andere Grunderkrankungen auftreten können?

Daher meine Frage: sind die von Dr. Mons genannten Tabaktoten lediglich eine Aufsummierung von Todesfällen aufgrund bestimmter Erkrankungen (wo findet man dann die Liste) oder wurden statistische Berechnungen vorgenommen (und werden diese Berechnungen regelmäßig aktualisiert) oder hat jemand mal eine relativ sichere pi-mal-Daumen-Zahl im Sinne von mindestens in den Raum geworfen und die wurde immer weiter Pi mal Daumen “fortgeschrieben“?

Für mein Bauchgefühl müsste die absolute Zahl der Tabaktoten bei einer Raucherquote von >20% deutlich höher sein als 120.000.
[Bild: footer1520466206_18485.png]
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RE: 120.000 Tabaktote in D - kann das stimmen?
#5
Soweit ich weiß, beruhen die ganzen Zahlen zu Tabaktoten und Passivrauchtoten auf Schätzungen aus der Zeit, als das NRSG zusammengebastelt wurde. Ich wüsste niemanden der 100% einordnen kann, ob ein Mensch alleine dadurch, dass er geraucht hat, stirbt. Welches Kontrollinstrument sollte denn dafür herhalten? Man hat sich da meiner Meinung nach etwas zusammengebastelt um eine Besteuerung rechtzufertigen, was ja wunderbar geklappt hat.

Vielleicht bei Interesse einfach mal das NRSG recherchieren.
ERF Mitglied seit Mai 2011
Pyrofrei seit Mai 2011
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RE: 120.000 Tabaktote in D - kann das stimmen?
#6
Es gibt große Studien bei denen alles möglichen Risikofaktoren abgefragt werden. Über die Einwohnermeldeämter wird dann in regelmäßigen Abständen abgefragt, ob der Proband noch lebt. Über diese Daten kann man das Sterberisiko Raucher vs Nichtraucher bestimmen. Daraus kann man dann wiederum die 120.000 zusätzlichen Toten berechnen.

Der Wert ist letztendlich eine Schätzung. Zu den 120.000 am Rauchen gestorbenen muss man noch die 180.000 nicht am Rauchen gestorbenen Nichtraucher (22.5% von 812.000) dazuzählen. Dann sind 30% der Toten Raucher.
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